Sozialtour der Fraktion Erlanger Linke: 15 Einrichtungen besucht
Im Rahmen einer umfangreichen Sozialtour hat die Stadtratsfraktion Erlanger Linke im Sommer und Herbst insgesamt 15 soziale Einrichtungen in Erlangen besucht. Ziel der Tour war es, sich ein direktes Bild von der Arbeit vor Ort zu machen, Bedarfe zu ermitteln und konkrete Wege der Zusammenarbeit zu besprechen. Im Mittelpunkt standen dabei die wichtige gesellschaftliche Arbeit der Initiativen, ihre aktuellen Herausforderungen sowie die Vernetzung mit der kommunalen Stadtteilarbeit.
Während der Besuche stand das gegenseitige Kennenlernen und Zuhören im Vordergrund. Die Fraktion nutzte die Gelegenheit, den Einrichtungen ihr Angebot einer regelmäßigen Sozialsprechstunde vorzustellen. Ziel ist es, Ratsuchende künftig noch gezielter zu unterstützen.
„Wir haben auf unserer Tour hautnah kennengelernt, was für eine unverzichtbare Arbeit die Einrichtungen in unserer Stadt leisten. Im Zuge unserer Professionalisierung haben wir nun einen noch besseren Einblick gewonnen, wen wir im Ernstfall an welche Beratungs- oder Hilfsstelle weiterverweisen können. Diese Kooperation wollen wir in Zukunft weiter ausbauen. Gerade unser Sozialfonds, mit dem wir unbürokratisch Menschen in Not direkt helfe können, ist auf großes Interesse gestoßen", erklärt Ronja Wegele, Sprecherin für Soziales der Fraktion Erlanger Linke.
Die Gespräche machten jedoch auch deutlich, wie stark der soziale Sektor in Erlangen unter Druck steht. Als größte Sorgen nannten die Akteurinnen und Akteur vor Ort den langfristigen Erhalt ihrer Angebote, anhaltende Kostensteigerungen durch die Inflation sowie personelle und strukturelle Überlastung.
Auch die Haushaltssituation empfinden die Einrichtungen als gefährdend: Bei keiner der besuchten Einrichtungen sind Kürzungen hinnehmbar, ohne dass dies zu einer Verschlechterung des Angebots führt.
Konkret sind zahlreiche wichtige Projekte und Institutionen von empfindlichen Einschnitten bedroht darunter unter anderem:
Brücken e.V.: Steht vor dem existenzbedrohenden Risiko, dass die Förderung komplett gestrichen wird.
Grüne S.O.f.A.: Soll Kürzungen in Höhe von 10.000 Euro verkraften.
Stadtjugendring: Ist mit Einsparungen von 70.000 Euro konfrontiert.
AWO: Soll im Zuge der Sparmaßnahmen sogar ein wichtiges Projekt zur Betreuung von Menschen mit Fluchterfahrungen streichen.
Queeres Zentrum: Ist von einer Kürzung um 6.500 Euro betroffen.
Viele dieser drohenden Kürzungen gefährden die Angebote oder sogar die Existenz dieser Einrichtungen.
Die Fraktion Erlanger Linke stellt sich gegen diese Kürzungspläne und fordert den Erhalt der sozialen Infrastruktur in vollem Umfang.
„Es ist inakzeptabel, dass ausgerechnet bei denjenigen gespart wird, die den Zusammenhalt in unserer Stadt garantieren. Die Kürzungen treffen die, die es am meisten brauchen. Wir stehen fest an der Seite dieser Einrichtungen und werden uns im Stadtrat mit aller Kraft dafür einsetzen, diese Kahlschlags-Politik zu stoppen", bekräftigt Wegele abschließend.
