Mieterinnen und Mieter wehren sich +++ Informationsabend mit dem Mieterbund wegen extrem hohen Nebenkostenabrechnungen

Am Donnerstag der vergangenen Woche lud Die Linke Erlangen/Erlangen-Höchstadt in Kooperation mit dem Deutschen Mieterbund Nürnberg und Umgebung zu einer Mieterversammlung im Erlanger Süden ein. Der Einladung folgten rund 50 Mieterinnen und Mieter, die mit Forderungen der Nebenkostennachzahlungen im mittleren vierstelligen Bereich konfrontiert sind.

„In unserer Sozialsprechstunde bekamen wir erstmals von den extrem hohen Nachzahlungsforderungen mit", so Lukas Eitel, Stadtrat der Erlanger Linken, der seit etwa zwei Jahren wöchentliche Sprechstunden für jedwede Anliegen anbietet. Eitel weiter: „Die hohe Summe machte uns so stutzig, dass wir beschlossen, auch die Nachbarinnen und Nachbarn der betroffenen Mietpartei zu konsultieren, um herauszufinden, ob sie ebenfalls betroffen sind." 

Manuel Leitlauf, Stadtratskandidat der Erlanger Linken ergänzt: „Wir haben an jeder Türe im betroffenen Häuserblock geklingelt und mit den Menschen über die Thematik gesprochen. Das Ergebnis war schockierend: Alle angetroffenen Mieterinnen und Mieter sind mit außergewöhnlich hohen Nachzahlungen konfrontiert, obwohl ihre Vorauszahlungen bereits fast doppelt so hoch waren, wie der bayrische Durchschnitt. Neben Ratlosigkeit und Angst wegen Verlust der Wohnung konnten wir auch Wut und den Willen feststellen, sich gegen diese Forderungen zu wehren."

Gunther Geiler, zur Versammlung eingeladen als Geschäftsführer des DMB Nürnberg und Umgebung zeigte sich auf der Versammlung schockiert: „In 20 Jahren Arbeit im Bereich des Mietrechts und für den Mieterbund habe ich solche Abrechnungen nicht gesehen. Für die Mieterinnen und Mieter, die bereits bei uns Mitglied sind, haben wir bereits Rechnungseinsicht und einen Mahnstopp angefordert und hoffen, sie und potenzielle neue Mitglieder auch weiter unterstützen zu können. Diese Höhen, sowohl der Vorauszahlungen als auch der Nachzahlungsforderung müssen mindestens stutzig machen."

Ronja Wegele schließt ab: „Das Ziel der Versammlung war es einerseits, den Anwohnerinnenn und Anwohnern Informationen zum Mieterbund zukommen zu lassen, da viele leider nicht wissen, wie sie sich gegen solche Forderungen zur Wehr setzen können. Auch wenn natürlich keine Beratung für Nicht-Mitglieder erfolgen konnte, war insbesondere auch die Informationen zum Eintritt in den DMB und die Vernetzung und der Austausch unter den Mieterinnen und Mietern sehr wertvoll für das weitere Vorgehen. Wir hoffen, dass sie sich so, mit dem Mieterbund an der Seite, gegen unrechtmäßige Forderungen des Vermieters wehren können. Denn man darf nicht vergessen: Wir reden hier von Nachzahlungen in einer Höhe, die ein guter Teil der deutschen Haushalte überhaupt nicht auf dem Konto hat."

Die Erlanger Linke wird den Prozess weiter verfolgen und unterstützend an der Seite der Mieterinnen und Mieter stehen.