Kleine Anfrage im Bundestag zeigt: Mietenwahnsinn erreicht Erlangen
Wohnen in Erlangen wird immer mehr zum unbezahlbaren Luxus. Das belegen die aktuellen Antworten der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion DIE LINKE (BT-Drucksache 21/5973). Demnach kletterten die durchschnittlichen Nettokaltmieten im Internet inserierter Angebotsmieten in Erlangen im Jahr 2025 auf mittlerweile 13,24 Euro je Quadratmeter. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren lag dieser Wert noch bei 9,11 Euro.
Besonders dramatisch: Laut den offiziellen Regierungsdaten müssen in Bayern bereits 33 Prozent aller Mieterhaushalte mindestens ein Drittel ihres Einkommens für die Miete aufbringen – 16 Prozent der Haushalte werden sogar mit einer Mietbelastung von über 40 Prozent komplett erdrückt. Gleichzeitig schrumpft der Bestand an echten Sozialwohnungen im Freistaat seit Jahren kontinuierlich.
Hierzu erklärt Lukas Eitel, Vorsitzender der Linksfraktion im Erlanger Stadtrat: „Wohnen ist auch bei uns in Erlangen zur größten sozialen Existenzfrage geworden. Die Preise fressen die Löhne der Menschen förmlich auf. Ein solcher Wohnungsmarkt vertreibt die Menschen aus ihrem vertrauten Wohnumfeld. Der Markt vermag es ganz offensichtlich nicht, angemessenen Wohnraum für die Menschen bereitzustellen. Es ist die Pflicht des Staates, das Grundrecht auf bezahlbaren Wohnraum mit harten Regeln durchzusetzen.“
Die Linke fordert für Erlangen und auf Bundesebene einen sofortigen, radikalen Kurswechsel in der Wohnungspolitik. Dazu gehören ein gesetzlicher Mietendeckel, das strikte Verbot von Indexmieten sowie massive staatliche Investitionen. „Die Bundesregierung muss endlich Geld in die Hand nehmen für kommunale und öffentliche Wohnungsbaugesellschaften, um Wohnraum dauerhaft in öffentlicher Hand zu sichern und der Spekulation zu entziehen. Der Immobilienlobby gehört ein Riegel vorgeschoben. Profitorientierte Wohnungskonzerne wollen wir in die öffentliche Hand überführen.“
„Ein solches staatliches Wohnbauprogramm ist finanzierbar. Allein durch Steuerhinterziehung, überwiegend von Superreichen, entsteht der öffentlichen Hand ein Schaden von gut 100 Milliarden Euro im Jahr. Diese Gelder durch konsequente Strafverfolgung einzuziehen, hätte auch einen weiteren mietsenkenden Effekt: Viel Schwarzgeld wird im Immobilienmarkt angelegt und heizt damit die Mieten weiter an“, so Eitel abschließend.
