Hanna Wanke: Unsere Kandidatin für den Bundesparteivorstand
Liebe Genossinnen und Genossen,
als ich 2019 in Die Linke eintrat, tat ich das aus einem tiefen Gefühl der Ungerechtigkeit heraus. Ich bin in einem Arbeiter- und Migrantenviertel in Erlangen aufgewachsen, das in der Stadtpolitik oft vergessen wird. In der Grundschule habe ich erlebt, dass das Geld der Eltern über die Schulwahl entscheidet. Auf dem Gymnasium war ich eine der wenigen, die in einer Wohnung, nicht in einem Haus wohnten.
Ich bin überzeugt: Für eine Gesellschaft, in der jedes Kind alle Chancen hat, in der Wohnen nicht arm macht und wir nicht Kanonenfutter für Kriege der Herrschenden werden, brauchen wir Die Linke; als selbstbewusste, klassenorientierte und glaubwürdige Partei.
Über Kontakte in die Stadtteile können wir konkrete Kämpfe führen: Im Frühjahr kam eine Mieterin in die Sozialsprechstunde und bat um Unterstützung aus unserem Sozialfonds für ihre horrende Nebenkostenabrechnung. Wir klingelten in ihrem Block und luden zu einer Mieterversammlung ein. Durch kollektiven Widerspruch der Mieterinnen und Mieter konnten alle Nachzahlungen ausgesetzt werden.
Diese Arbeit zahlt sich aus: In meinem Kreisverband, dessen Vorsitz ich nun nach vier Jahren weitergeben werde, haben wir seit dem Bundestagswahlkampf in sechs Stimmbezirken über 15.000 mal an Türen geklopft. Diese Bezirke haben uns erstmals ein zweistelliges Ergebnis beschert und dann den ersten linken Bürgerentscheid in Bayern gewonnen; in einem davon konnten wir mit 27% bei den Kommunalwahlen stärkste Kraft werden. So konnten wir das beste Ergebnis bayrischer Städte erringen und uns von zwei auf fünf Mandate steigern. Eine davon bin ich.
Thematische Fokussierung, klare Haltung und Stadtteilarbeit zahlen sich aus, aber wir dürfen dabei nicht stehen bleiben: Unsere Aufgabe ist es nun, von der Mobilisierung bei Wahlen zur Organisierung der Klasse überzugehen. Wir müssen analysieren, wo Dinge sehr gut laufen, um bundesweit davon zu lernen. Daran möchte ich mitarbeiten und bitte dafür um euer Vertrauen.

